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Artikel vom 09.07.2018

Pflegedorf soll 72 Menschen einen Platz bieten


Foto: Beate Christ

Altenhilfe Haus soll im Herbst 2019 fertig sein

 

Mit dem symbolischen ersten Spatenstich wurde in Flammersfeld ein Projekt auf den Weg gebracht, das im gesamten Landkreis Altenkirchen einmalig sein wird: Das lang geplante Pflegedorf der Lebenshilfe wird nun endlich gebaut und voraussichtlich ab Herbst 2019 72 Menschen mit und ohne Behinderung in der stationären Altenhilfe einen Platz bieten. „Das ist bundesweit die erste Einrichtung dieser Art, die die Lebenshilfe baut“, sagte der Geschäftsführer der Lebenshilfe im Kreis Altenkirchen, Jochen Krentel.

Angesichts des trockenen Bodens wirbelten die Vorstandsmitglieder der Lebenshilfe, Vertreter der Kommunen und Planer beim Spatenstich mächtig viel Staub auf für eine gute Sache und für ein Millionenprojekt. Die Lebenshilfe will sich ihr Pflegedorf rund acht Millionen Euro kosten lassen. Davon kann sie 20 Prozent der Baukosten aus eigenen Mitteln aufbringen, 80 Prozent werden refinanziert. „Vor dem Hintergrund der derzeit davongaloppierenden Baukosten hat es sich der Vorstand nicht leicht gemacht, die Entscheidung für dieses Bauvorhaben zu treffen“, sagte Krentel.

Sei es auch ein Wunschprojekt aller, so müssten doch die Kostenrichtwerte eingehalten werden und vor allen Dingen die Mieten für die künftigen Bewohner bezahlbar sein. „Dabei ist es uns auch wichtig, die Sozialhilfe mit ins Boot zu holen, denn nicht jeder, der einen Pflegeplatz benötigt, kann ihn auch selbst bezahlen“, fügte Krentel hinzu.

Er dankte der Kreisverwaltung Altenkirchen, der Verbandsgemeinde und der Ortsgemeinde Flammersfeld, die der Lebenshilfe stets den Rücken gestärkt und sie nicht nur mit guten Worten, sondern auch mit Taten unterstützt hatten. Der Erste Beigeordnete des Landkreises Altenkirchen, Konrad Schwan: „Ich bin froh, dass die Lebenshilfe diese Aufgabe übernommen hat, auch wenn es keine einfache Entscheidung war“. Der Beigeordnete der Verbandsgemeinde Flammersfeld, Rolf Schmidt-Markoski, ist sich sicher, dass das Pflegedorf eine Erfolgsgeschichte wird. „Die Lebenshilfe ist in Flammersfeld voll akzeptiert, die Bevölkerung trägt die Einrichtung mit“, sagt er.

Für Ortsbürgermeisterin Hella Becker war es immer eine Herzensangelegenheit, dass Flammersfeld lebens- und liebenswert bis zum Alter bleibt. Dieses Ziel werde nun erreicht. „Dadurch wird die Gemeinde um einiges reicher“, ist Becker überzeugt. Das Pflegedorf wird drei Einrichtungen unter einem Dach bieten. Die stationäre Altenhilfe wird sechs Hausgemeinschaften für 72 Personen vorhalten. Dabei gibt es laut Jochen Krentel verschiedene Möglichkeiten des Zusammenlebens. „Ausschlaggebend ist in erster Linie der Wunsch des Menschen. Wir werden niemanden zwingen, in einer Situation zu leben, die er nicht möchte“, erläuterte Krentel das Wohnkonzept. Dies sieht vor, dass es gemeinschaftliche und räumlich getrennte Wohngruppen für Senioren mit und ohne Behinderung geben wird. „In jedem Fall ist es ein Angebot für alle Menschen und ihre Angehörigen“, so Krentel.

Darüber hinaus wird es noch eine Tagespflege mit 14 Plätzen geben, zudem soll in dem Gebäude eine Gruppe der Tagesförderstätte Platz finden. Die Pläne zu dem Pflegedorf, das sich teilweise in dreigeschossiger Bauform in die Landschaft einfügen soll, werden im Rahmen der Grundsteinlegung im August auch der interessierten Bevölkerung vorgestellt.

Reporterin Beate Christ, RZ Kreis Altenkirchen vom Mittwoch, 4. Juli 2018, Seite 20